Sicherer Strom?

Oft wird das Märchen erzählt, dass in Deutschland die Lichter ausgingen, wenn wir aus der Kohle aussteigen würden. Oder, dass dann wieder neue Atomkraftwerke benötigt werden. Das stimmt nicht!

Gefährliche Überproduktion durch Kohle

Die deutschen Stromexporte haben sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu verzehnfacht. Grund dafür ist eine Überproduktion aus Braunkohle-und Steinkohle-Kraftwerken. Da diese nicht flexibel gedrosselt werden können, gibt es immer öfter Situationen, in denen in das Netz eingegriffen werden muss, um die Überproduktion zu kompensieren. Kohlekraftwerke „verstopfen“ also das Netz und führen sogar zu einem höheren Risiko von Stromausfällen, so eine Studie der ERA von 2018.

Ein Ausstieg aus Braunkohle und Atomkraft ist hier und jetzt möglich!

Die wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass ein Kohleausstieg ohne Versorgungsengpässe möglich ist, erscheinen zurzeit im Wochenrhythmus: Im letzten Monat veröffentlichte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Modellrechnung für den deutschen Kohleausstieg. Letzte Woche folgte die Empfehlung des Sachverständigenrates der Bundesregierung und nun folgt die Studie „2030 Kohlefrei“ vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Systemtechnik im Auftrag von Greenpeace.

Die Ergebnisse der Untersuchungen sind jedesmal eindeutig: Deutschland kann bis 2020 das lang versprochen Klimaziel von 40 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu 1990 noch erreichen, wenn sofort Maßnahmen zum Kohleaustieg getroffen werden. Was dafür bislang fehlt, ist das Handeln der Bundesregierung, die bislang versucht, eines der dringenstens Probleme unserer Zeit einfach auszusitzen.

Aber auch ein sofortiger Ausstieg aus Braunkohle und Atomkraft ist von den Kraftwerkskapazitäten her möglich! Die Kraftwerkskapazitäten in Deutschland sind auch ohne Kohle & Atom höher als der tatsächliche Verbrauch. Die gesicherte Kraftwerksleistung liegt nach Berechnungen von AntiAtomBonn bei 113,8 GW, während die Höchstlast laut ihren Zahlen nur bei 80 GW liegt. Bei solch einem großen Überschuss wird klar, dass die Braunkohle (21,2 GW) völlig unnötig ist.
Quelle: http ://www.antiatombonn.de/images/stories/pdf_downloads/Sofortausstieg_lang_2015.pdf